Is' ja kein Urlaub, is' ja Summer School
Aber die wurde heute langsam angegangen, bzw. nur vorgestellt. Mr. Yang (oder so aehnlich), seines Zeichens stellvertretender Dekan der School for Economics, empfing uns heute in dem Gebaeude, in dem wir in den naechsten drei Wochen ab Montag Vorlesungen ueber chinesische Geschichte, Wirtschaft und Kultur haben werden und auch Unterricht in Mandarin und Kalligrafiestunden - das Programm hoert sich zumindest sehr gut an.Da wir bis heute morgen immer noch keinen Yuan Geld in der Tasche hatten, hat uns Yu alle zusammen per Bus zur Bank of China gefuehrt. Ueberschlagen hat sich da niemand, aber zumindest haben wir nach etwas ueber einen Stunde alle unsere Travellerschecks, Euro und Dollar getauscht bekommen - zum amtlich festgesetzten Wechselkurs, der ziemlich genau bei 1:10 (1 EUR = 10 Yuan) liegt. Dabei gibt es im Grunde wenig Muenzverkehr, da die kleinsten Scheine einen Wert von 0,1 Yuan haben (und trotzdem mit "1" beschriftet sind - sehr verwirrend).Das Fotogeschaeft neben der Bank hat den Deal der Woche gemacht, da wir alle Passbilder fuer unsere chinesischen Studentenausweise brauchten. Und so haben wir jetzt alle 6 Passbilder und zwei Negative - voellig durchgeschwitzt und abgekaempft, denn auch wenn es sich deutlich abgekuehlt hat, stehen wir immer noch im eigenen Saft.Am Nachmittag haben wir uns dann aufgemacht Richtung Stadt - und haben uns zu diesem Zweck ein Taxi herangewunken. Wenn man als Fussgaenger schon einen Eindruck davon bekommt, dass der Verkehr recht chaotisch ist, so hatte ich als Beifahrer ohne Anschnallmoeglichkeit ein Liveerlebnis, bei dem man einfach das Denken sein lassen muss. Jede Zeitung haette es zwischen unserem Taxi und den anderen Fahrzeugen zerfetzt. Und man bekommt ein Gefuehl dafuer, dass, wenn man eine Strasse ueberqurt, in keiner Weise darauf bauen sollte, dass die Autofahrer ruecksichtsvoll sind - Ampeln und erst recht Zebrastreifen zum Trotz.Jedenfalls haben die chinesischen Schriftzeichen, die uns Yu aufgeschrieben hat, den Taxifahrer tatsaechlich dazu veranlasst, uns in die Stadtmitte zu bringen. Hunger vor uns her schiebend sind wir dann in einem Restaurant im "Henderson Shopping Center", dem "Be there or be square" eingekehrt - wie wir inzwischen im Reisefuehrer gelesen haben das super-trendy Restaurant fuer junge Leute. Und natuerlich haben wir schoen mit Staebchen gegessen, selbst mein Klebereis war, so lange er nicht mit der Sauce in Beruehrung kam, greifbar. Ich war gerade so stolz, dass ich trotz der Staebchen den Teller leer und meinen Magen gefuellt bekam, als mir der Kellner unaufgefordert einen Loeffel brachte - was fuer eine Demuetigung ;-)

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