Verbotene Stadt, Mao und Robbie Williams
Zum ersten Mal frueh aufstehen, aber wenn man ein lohnendes Ziel vor Augen hat, macht einem da ja auch nicht so besonders viel aus: Als erstes Highlight fuer unsere Touri-Touren war die verbotene Stadt auserkoren. Mit einem fuer Pekinger Verhaeltnisse schon beinahe luxorioesen Bus machten wir uns auf den Weg zum Platz vor dem Tiananmen, dem Tor des himmlischen Friedens. Unserem europaeisch-touristischen Verhalten des gemuetlichen Schlenderns wurde dann aber ein jaehes Ende von unserer Chinesischen "Fuehrerin" bereitet: "Hurry up please, we have to close up to the others!!!". Vorbei an den endlosen Schlangen vor dem Mao-Mausoleum jagten wir schnell noch einige Fotos schiessend ueber den Platz des himmlischen Friedens durch besagtes Tor unter Maos Portrait hindurch zum Eingang in die Verbotene Stadt.Hier in Peking muss man gar nicht erst versuchen sich wie in einem europaeischen Land als Einheimischer tarnen, jeglicher Versuch Kameras und andere Touri-Accessoires zu verbergen lohnt sich allein schon aufgrund unseres "exotischen" Aussehens nicht. Infolgedessen machte es uns also gar nichts aus, mit Rucksack, baumelnder Kamera und Audio-Guide um den Hals die verbotene Stadt unsicher zu machen.Die Verbotene Stadt bildet ein Rechteck und besteht aus einer Aneinanderreihung von Palaesten, die wie an einer Perlenkette auf einer nur dem Kaiser vorbehaltenen Wegstrecke liegen. Fuer jeden Grad der Reinheit und der Seligkeit scheint es einen anderen Palast zu geben - und in jedem Palast gibt es einen Thron oder aehnliches, das ein chinesischer Tourist unbedingt auf Zelluloid bannen muss. Vor der kleinen Tuer zum dunklen Inneren scheinen die Chinesen in der Aussicht auf ein gelungenes Foto alle guten Manieren zu verlieren, es wird gedraengelt und geschubst ohne Ruecksicht auf Verluste. Wir als Europaeer haben da natuerlich schon einen enormen Vorteil: Auch aus der dritten Reihe koennen wir noch ueber die Koepfe der anderen ohne Probleme ein Foto schiessen :-)Knappe zwei Stunden wurden uns fuer die Besichtigung der Stadt inklusive des imperialen Gartens gewaehrt, danach bestiegen wir mit einer nun kleineren Gruppe von noch fitten Mitreisenden den "Kohleberg" direkt vor dem Nordtor der Verbotenen Stadt. Vier kleine und ein grosser Buddhafiguren standen einst auf dem Berg, fuer jede chinesische Himmelsrichtung eine, heute ist die groesste von ihnen als Nachbau wieder aufgestellt. Dafuer, dass die Ausuebung der Religion in China immer noch offiziell verboten ist, standen aber verdaechtig viele Chinesen vor dem Buddha schlange, um ihre gerade erworbenen Rauecherstaebchen zu opfern.Da heute zum ersten Mal seit unserer Ankunft wirklich klares Wetter war, konnten wir von dort oben dann einen traumhaften Blick ueber die gerade besuchte Verbotene Stadt und ganz Beijing geniessen. Wie der unten am Berg seine Dienste anpreisende Rikscha-Fahrer uns allerdings die Treppen zum Gipfel haette hinaufbefoerdern wollen, blieb uns bis zum Ende ein Raetsel...Zum verspaeteten Mittagessen mit dem Taxi wieder in die City gefahren, machten wir dann noch die Entdeckung des Tages, ein grosses Musikgeschaeft in einer Shoppingmall. Das mag auf den ersten Blick nicht wirklich spektakulaer klingen, doch erst bei einem Blick auf die Preise wird man unsere allgemeine Begeisterung verstehen. Da die Copyright-Vorschriften in China eher lasch gehalten werden, verkaufen die europaeischen und amerikanischen Plattenfirmen Ihre CDs hier zu Preisen, die der Bevoelkerung ein legales Kaufen schmackhaft machen sollen. Im Klartext: Die Alben von Dido, Robbie Williams oder Linkin Park gibt es hier fuer einen schlappen Euro - wer kann da schon nein sagen!

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