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Samstag, Juli 24, 2004

Verbotene Stadt, Mao und Robbie Williams

Zum ersten Mal frueh aufstehen, aber wenn man ein lohnendes Ziel vor Augen hat, macht  einem da ja auch nicht so besonders viel aus: Als erstes Highlight fuer unsere Touri-Touren war die verbotene Stadt auserkoren. Mit einem fuer Pekinger Verhaeltnisse schon beinahe luxorioesen Bus machten wir uns auf den Weg zum Platz vor dem Tiananmen, dem Tor des himmlischen Friedens. Unserem europaeisch-touristischen Verhalten des gemuetlichen Schlenderns wurde dann aber ein jaehes Ende von unserer Chinesischen "Fuehrerin" bereitet: "Hurry up please, we have to close up to the others!!!". Vorbei an den endlosen Schlangen vor dem Mao-Mausoleum jagten wir schnell noch einige Fotos schiessend ueber den Platz des himmlischen Friedens durch besagtes Tor unter Maos Portrait hindurch zum Eingang in die Verbotene Stadt.Hier in Peking muss man gar nicht erst versuchen sich wie in einem europaeischen Land als Einheimischer tarnen, jeglicher Versuch Kameras und andere Touri-Accessoires zu verbergen lohnt sich allein schon aufgrund unseres "exotischen" Aussehens nicht. Infolgedessen machte es uns also gar nichts aus, mit Rucksack, baumelnder Kamera und Audio-Guide um den Hals die verbotene Stadt unsicher zu machen.Die Verbotene Stadt bildet ein Rechteck und besteht aus einer Aneinanderreihung von Palaesten, die wie an einer Perlenkette auf einer nur dem Kaiser vorbehaltenen Wegstrecke liegen. Fuer jeden Grad der Reinheit und der Seligkeit scheint es einen anderen Palast zu geben - und in jedem Palast gibt es einen Thron oder aehnliches, das ein chinesischer Tourist unbedingt auf Zelluloid bannen muss. Vor der kleinen Tuer zum dunklen Inneren scheinen die Chinesen in der Aussicht auf ein gelungenes Foto alle guten Manieren zu verlieren, es wird gedraengelt und geschubst ohne Ruecksicht auf Verluste. Wir als Europaeer haben da natuerlich schon einen enormen Vorteil:  Auch aus der dritten Reihe koennen wir noch ueber die Koepfe der anderen ohne Probleme ein Foto schiessen :-)Knappe zwei Stunden wurden uns fuer die Besichtigung der Stadt inklusive des imperialen Gartens gewaehrt, danach bestiegen wir mit einer nun kleineren Gruppe von noch fitten Mitreisenden den "Kohleberg" direkt vor dem Nordtor der Verbotenen Stadt. Vier kleine und ein grosser Buddhafiguren standen einst auf dem Berg, fuer jede chinesische Himmelsrichtung eine, heute ist die groesste von ihnen als Nachbau wieder aufgestellt. Dafuer, dass die Ausuebung der Religion in China immer noch offiziell verboten ist, standen aber verdaechtig viele Chinesen vor dem Buddha schlange, um ihre gerade erworbenen Rauecherstaebchen zu opfern.Da heute zum ersten Mal seit unserer Ankunft wirklich klares Wetter war, konnten wir von dort oben dann einen traumhaften Blick ueber die gerade besuchte Verbotene Stadt und ganz Beijing geniessen. Wie der unten am Berg seine Dienste anpreisende Rikscha-Fahrer uns allerdings die Treppen zum Gipfel haette hinaufbefoerdern wollen, blieb uns bis zum Ende ein Raetsel...Zum verspaeteten Mittagessen mit dem Taxi wieder in die City gefahren, machten wir dann noch die Entdeckung des Tages, ein grosses Musikgeschaeft in einer Shoppingmall. Das mag auf den ersten Blick nicht wirklich spektakulaer klingen, doch erst bei einem Blick auf die Preise wird man unsere allgemeine Begeisterung verstehen.  Da die Copyright-Vorschriften in China eher lasch gehalten werden, verkaufen die europaeischen und amerikanischen Plattenfirmen Ihre CDs hier zu Preisen, die der Bevoelkerung ein legales Kaufen schmackhaft machen sollen. Im Klartext: Die Alben von Dido, Robbie Williams oder Linkin Park gibt es hier fuer einen schlappen Euro - wer kann da schon nein sagen!

24. Juli 2004 - fuenf Monate bis Weihnachten ...

Weihnachten? Ja, denn irgendwie hoert man hier an jeder Ecke Weihnachtslieder und selbst in dem Uni-Gebaeude, in dem wir ab dem naechsten Montag unsere Vorlesungen haben werden, steht in einem Zimmer ein voll geschmueckter Weihnachtsbaum.Am Hotel nebenan sind Lichterketten in Weihnachtsbaumform, die abends auch entsprechend illuminiert werden.Aber das nur am Rande.
Heute stand die erste Besichtigungstour auf dem Programm - Gu Gong, die Verbotene Stadt. Drei Reisebusse haben alle im Studentenwohnheim Beherbergten zum Platz des Himmlischen Friedens gekarrt.An der schier endlosen Schlange an Besuchern fuer das Mao Mausuleum vorbei wurden wir von Susan zur Eile angetrieben: "Hurry up, we have to catch up to the others" - wobei sich nicht herausgestellt hat, was diese ganze Hektik im Endeffekt sollte. Dabei konnte man so schoene Touri-Fotos vor dem Tor des Himmlefriedens machen, mit Mao Seite an Seite stehen (s. Fotoalbum).
Was es im einzelnen mit den Gebaeuden in der Verbotenen Stadt auf sich hat, entnimmt man wohl doch besser einem Reisefuehrer, jedenfalls haben wir uns mit Hilfe der deutschen Audio-Tour durch dieses imposante Bauwerk geschoben - so viele Menschen, die keinerlei Hemmungen vor Koerperkontakt haben, hab ich bis dato nie erlebt. Und dann sind Sarah und ich auch noch gleich von zwei jungen Chinesen "angesprochen" worden, die unbedingt ein Foto von sich mit uns Langnasen haben wollten.Ueberhaupt ist es schon sehr witzig zu erleben, wie einen die Leute anschauen. Obwohl recht viele europaeische bzw. nicht-asiatische Touristen unterwegs sind, ist man wohl doch eine aussergewoehnnliche Erscheinung. Halt so aussergewoehnlich, wie auch wir hier die heimischen Gegebenheiten erleben.Fotos vom Palast (natuerlich mit uns im Vordergrund ;-) gibt es im Fotoalbum, sobald wir eine Moeglichkeit gefunden haben, unsere Bilder hochzuladen.Von Sueden nach Norden gesehen schliesst sich der Jingsahn Park an die Verbotene Stadt an, von dessen mit einem Tempel bebauten Huegelspitze aus man eine Rundumsicht ueber die gesamte Stadt hat, wobei sich von oben betrachtet das alte und das neue Peking wunderbar mit einem Blick erfassen lassen.Nach dem Mittagessen in einem Restaurant der am Tag zuvor entdeckten Fressmeile im Einkaufscenter wollten wir uns wieder dem Nervenkitzel einer Taxifahrt von Beijing City-Center zur Unterkunft stellen, allerdings war der Fahrer eher lahm - was mir zumindest Gelegenheit gegeben hat, im Woerterbuch und Reisefuehrer alle noetigen Begriffe zu suchen, um dem Fahrer begreiflich zu machen, dass wir nicht zum Hotel, sondern weiter "uang tschiaen" (geradeaus) "shi zi lu kou hou bian" (nach der Kreuzung) zum "chao ji shi chang" (Supermarkt) wollten - und der Fahrer hatte nicht nur Spa? sondern hat uns auch tatsaechlich dort abgeliefert, wo wir hin wollten. Und das mal wieder zu einem Superkurs von 24 Yuan (2,40  EUR).Und bei diesen Preisen neigt man ja doch zur Dekadenz, so dass wir uns vom Supermarkt mit der Rikscha zum Hotel haben fahren lassen. Wobei der Rikscha-Fahrer von Sarah und Lara mehr zu kaempfen hatte, als der von Daniel und mir ;-)

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