Lesen für Asien - Alle Einnahmen der Shops gehen an das Deutsche Rote Kreuz

Sonntag, Juli 25, 2004

Der erste Sonntag...

... und da kann man ja am besten erst mal ausschlafen. Und das haben wir dann auch erst mal bis zum Mittag getan.Yu hat uns die Adresse des Marktes auf einen Zettel geschrieben, auf dem es Plagiate von saemtlichen Klamotten, Koffern, Krawatten, Handtaschen etc. gibt. Direkt am Anfang des Marktes hat Sarah, ganz begeistert von dem niedrigen Preis, fuer nur 150 Yuan ein Ralph Laureen Poloshirt ergattert. Der Erfolg stand schon am naechsten Stand in ganz anderem Licht da, als Daniel statt den zuerst verlangten 180 Yuan fuer ein Diesel-TShirt 88 Yuan bezahlt hat - fuer 3 Stueck. Selbst Schuld, wenn man beim Feilschen die Haelfte des angegebenen Preises als Startgebot abgibt: 10 Prozent reichen voellig aus.So habe ich bisher unter anderem Wanderschuhe von Timberland fuer 18 Euro gekauft (wahrscheinlich haette man den Preis noch weiter runter handeln koennen, aber irgendwann kommt man sich einfach zu bloed vor), und merkwuerdiger Weise gibt es auch unter den ganzen Plagiaten erhebliche Unterschiede. So hatte ich zuerst Schuhe in der Hand, die eine voellig "falsche" Sohle hatten und dann welche, die zwar mit dem Timberland-Siegel versehen waren, allerdings stand auf dem Metallschild "Timberdlna". Und die, die ich jetzt gekauft habe, sind vom Original kaum mehr zu unterscheiden - bis hin zum korrekt bedruckten Karton.Ziemlich schnell hat man raus, wie das mit dem Feilschen geht: erst schaut man sich die Sachen nur fluechtig an, sagt, "I don't really need it", gibt bei der Aufforderung, ein neues Gebot abzugeben immer wieder den gleichen niedrigen Preis an und geht dann weg, wenn sich der Typ nicht darauf einlaesst - und grundsaetzlich kommen die Haendler hinter einem her und gehen im Grunde auf jeden Preis ein. Eine schoene Boss-Jacke wurde mir fuer 840 Yuan angeboten und fuer 130 haette ich sie bekommen - nur leider habe ich einfach den voellig falschen Koerperbau. Der Haendler sagte bei jeder Groesse "This is good for you. XL is good for you. XXL is good for you." Eine Amerikanerin, die vorbeikam, lachte nur auf, als Sie mich in der Jacke mit den viel zu kurzen Aermeln sah: "Nice try boy".Mal sehen wie viel Uebergepaeck zusammen kommen wird - jedenfalls lohnt es sich. Bestellungen werden auch noch entgegen genommen ;-)Zu einem typisch chinesischen Kaffetrinken haben wir uns dann ins Starbucks gesetzt. Halb so teuer wie Starbucks in Deutschland; mit anderen Worten fuer den Grossteil der Chinesen sicherlich unbezahlbar.Als ausgleich sind wir abends in ein Chinarestaurant in der Naehe gegangen. Trotz Langenscheid und wilden Gestiken war die Situation recht hoffnungslos, bis ein netter Herr vom Nachbartisch uns seine Uebersetzungshilfe anbot. Ich bat ihn, Vorschlaege zu machen, was man in diesem Restaurant am besten essen koenne. "Bejing duck" war ein Vorschlag, worauf Sarah prompt reagierte: "No dog, no dog!"Im Endeffekt gab es einen Teller mit Seafood (mit Tintenfischen, kleinen, frittierten Eiern, bei denen wir noch raetseln, was das genau war, Krabben, etc.), einen mit Kanton-Chicken und dazu gefuellte Teigtaschen mit Brokkoli und Fleisch. Super schmackhaft und fuer vier Personen viel zu viel. Dazu gab es insgesamt sechs frisch gezapfte halbe Liter Bier, eine grosse Flasche Cola und eine Flasche Wasser. Und das alles fuer 85 Euro - ach ne: Yuan.

Verbotene Stadt

Gestern waren wir in der verbotenen Stadt,was schwer interessant war.
Leider haben wir die Haelfte unserer Gruppe desoefteren verloren, da unsere chinesischen Anfuehrerinnen keine Verspaetungen akzeptierten und uns immer wieder mit "Hurry up!Hurry up!" ueber den Platz des himmlischen Friedens gescheucht haben.
Hier in China gibt es bei Gruppenreisen fest vereinbarte Zeiten fuer Fotos machen etc, so dass man, wenn man sich dann doch mal erdreistet ein Foto zu knipsen, es riskiert seine Gruppe komplett zu verlieren.
Alles etwas komisch diese ganze Organisation hier. Ein Franzose in unserer Gruppe meinte zu uns "It's even worse than in France..."
Die verbotene Stadt an sich durften wir uns dann aber gluecklicherweise alleine anschauen (in genau 2stunden und keine Minute mehr!!!!).
So leisteten wir uns dann den Luxus einer Audio-Tour die sogar auf Deutsch war.Der Spass hat umgerechnet 4Euro gekostet, was hier in China echter Wucher ist. Aber naja, trotz unserer langsam wachsenden Geizigkeit aufgrund der Schnaeppchen-Preise fuer alle Dinge hier, haben wir uns ueberwunden und es bezahlt.
Die Tour war ganz gut, und wir haben viele Fotos gemacht und viel gelernt ueber die kleinen notgeilen Kaiser,die kaiserlichen Konkubinen und die Eunuchen.
Nachher waren wir noch Tempel gucken, die auf dem Berg hinter der verbotenen Stadt liegen.
Erst wollten wir mal wieder ganz dekadent mit der Rikscha hochfahren,was wir dann aber doch nicht getan haben.So sind wir bei dieser Hitze den Berg hochgekraxelt,was sich aufgrund des tollen Ausblicks ueber Peking aber durchaus gelohnt hat.
Im nachhinein war uns eh schleierhaft, wie uns diese kleinen Rikschafahrer den Berg mitsamt Treppen hochschleppen wollten.Eine Strasse dahoch gibt es naemlich nicht.war warscheinlich wieder irgendein Nepp, auf den wir diesmal zum Glueck nicht reingefallen sind.

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