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Dienstag, Juli 27, 2004

Es konnte nur besser werden...

... mit der Vorlesung. Und so war es auch. Die heutige Dozentin hat die Entwicklung der Wirtschaft in China seit 1949 dargestellt. Ich muss ja gestehen, dass ich, was die chinesische Geschichte und insbesondere Mao Zetung angeht nicht wirklich gut informiert bin, leider vor allem zu wenig, um abwaegen zu koennen, in wie weit die von der Dozentin als positiv geschilderten Geschehnisse bzw. Vorhaben aus westlicher Sicht auch so betrachtet werden koennen.  Spannender wurde es dann, als dann Fragen gestellt wurden - z. B. wie denn wohl aus chinesischer Sicht bzw. ihrer persoenlichen bewertet wird, dass in einem Agrarstaat, in dem ca. 900.000.000 von der Landwirtschaft leben (70% - 80% der Bevoelkerung), Unsummen in einen bemannten Mondflug gesteckt werden. Das sei doch irgendwie wichtig, ganz im Dienste der Wissenschaft und China muesse seine Groesse zeigen, war die Antwort. Das grosse Teile durch die von den Japanern gezahlten Reparationen finanziert wuerden, stellt dann wohl doch ein Problem dar: "I reallyc hate japanese People. Perhaps it's a prejeduice, but I hate Japanese". O-Ton, von einer Professorin. Oh Graus!Aus Ihrem eigenen Erleben heraus stellte die Dozentin fest, dass die (viel zu) schnell wachsende Wirtschaft eine Inflation herbeifuehre. So koste heute z. B. Schweinefleisch 1/3 mehr als noch vor einem Jahr - bei gleichen Gehaeltern, zumindest fuer Staatsdiener.Spannend wurde dann die Frage nach den Menschenrechten: "Joschka Fischer visited Peking a few days ago and mentiones the human rights in China. Do you think, this is unpolite?" Das sei es in der Tat. Jedes Land habe so seine Probleme, auch wenn die hiesigen z. T. evtl groesser seien. Zudem wuerde so viel von Menschenrechten gesprochen, aber viele Menschen seien doch so ungebildet, kaum zu wissen was Menschenrechte seien - wieso sollte man ihnen dann welche einraeumen? Uff - das ist harter Tobak. Zudem noch folgendes Detail erwaehnt werden muss: die ganze Zeit ueber, auch in der gestrigen Vorlesung, dass eine weitere Person, die uns nicht vorgestellt wurde, mit im Raum - der Verdacht liegt also sehr nahe, dass darauf geachtet wird, was auslaendischen Studierenden erzaehlt wird. Bei der Menschenrechtsfrage war diese Person allerdings nicht mehr zugegen - es ist wahrscheinlich kaum moeglich, objektive Berichte und ehrliche Meinungen in diesen Vorlseungen zu hoeren - das macht es vielleicht sogar noch spannender und motiviert auf jeden Fall, sich auch mal an verschiedenen Quellen zu informieren.Am Nachmittag stand die erste Stunde Mandarin auf dem Programm. Und los ging es mit Laut-Sprech-Uebungen. So bekammen wir beigebracht, dass z. B. das Wort "ian" auf gleicher Tonhoehe gehalten "Zigarette" bedeutet, mit steigendem Laut "Salz", mit fallend und wieder steigendem Ton "Auge" und mit nur fallendem Laut "Schluck" heisst. Und so wurden alle Vokalen und Konsonanten schoen im Sprechchor geuebt. Meiner Ansicht nach didaktisch gesehen eine Katastrophe, wie es abgelaufen ist, da wir uns dann mit den ersten Woertern wie "Hallo", "Ich bin Stefan", "Moechtest du trinken?" usw. gegenseitig "unterhalten" sollten, wobei die Aussprache an sich kaum geuebt wurde. Wie dem auch sei, ein paar Wendungen bleiben hoffentlich haengen und wir haben ja auch Zeit, unser (Nicht-)Wissen live zu testen.

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