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Donnerstag, Juli 29, 2004

*** Special: Verkehr in Peking ***

Um den Verkehr in Peking zu beschreiben, sollte man sich einfach eine ruecksichslose Menge von Rad- und Taxifahrern vorstellen, die zusammen mit Bussen und privaten PKW so schnell wie moeglich von A nach B wollen. Wer sich traut gibt Gas, wer bremst ist feige. Mehr Regeln scheint es nicht zu geben.Obwohl es hier an den Strassen bunte Lichter gibt, die scheinbar Fussgaengerampeln darzustellen versuchen, geht jeder ueber die Strasse wo und wann er will. Da die Autos wie bei uns von rechts kommen, schaezt der typische Chinese bei der Ueberquerung einer dreispurigen Strasse ab, ob die heranfahrenden Autos theoretisch noch bremsen koennten, schaut nach links und geht ueber die Strasse. Die heranbrausenen Autos bremsen und hupen. - Aber was macht das schon, die Benutzung der Hupe scheint hier eh nur eine beinahe schon angeborene Reflexhandlung zu sein. Im Taxi kann man beobachten wie der Fahrer seine Hand staenig an der Hupe hat und bei deren Bet妕igung noch nicht einmal die Miene verzieht.Ruhig bleiben ist im Taxi ohnehin oberstes Gebot, aber das mag einem bei der ersten Fahrt durchaus schwer fallen. Wie soll man auch ruhig bleiben, wenn der eine fremde Sprache sprechende Mann auf dem Fahrersitz neben einem mit knapp 60 (lieber Gott, lass sie nicht in Meilen rechnen) sein Taxi haarscharf durch den Rush-Hour-Verkehr schleudert und die meisten Zusammenstoesse nur durch das herzhafte Betaetigen der Hupe verhindert werden (Achja, Sicherheitsgurte sind hier uebrigens eher selten vorhanden). Auf den groesseren Ringstrassen duerfen sich die Fahrer auf teilweise bis zu 5 Spuren austoben, auf kleineren Strassen wird auch schonmal mit einem "James Bond"-aehnlichen Manoever mitten in der Stadt im Gegenverkehr ueberholt. Ob da gerade ein Bus oder LKW im Gegenverkehr naht ist eher nebensaechlich, jede Chance wird genutzt. So wundert es also nach einer Taxifahrt auch nicht mehr, warum die meisten Strassen hier in der Mitte baulich getrennt sind. Im Dunklen wird der Fahrgenuss noch dadurch erhoeht, dass nicht schon in der Daemmung das Licht eingeschaltet wird; wenn ueberhaupt erst bei totaler Finsternis. Die Radfahrer sind dann immer noch ohne Licht unterwegs, auch auf den mehrspurigen Strassen und deren Kreuzungen.Die vollgestopften Busse haben neben Ihrer Hupe uebrigens noch eine weitere Moeglichkeit sich Platz zu verschaffen: Wenn es dem Fahrer zu bunt wird, faltet er den Verkehrsteilnehmer vor sich einfach mal ueber den aussen angebrachten Lautsprecher zusammen, ganz egal ob Taxi, Radler oder Rikschafahrer.Fuer den gebotenen Fahrspass muss man aber zum Glueck nicht tief in die Tasche greifen. Ein Fahrt mit dem Bus kostet 1 Yuan (ca. 10 Cent), im Taxi zahlt man 1,6 Yuan pro Kilometer und ist somit meist fuer etwa 15-25 Yuan pro Fahrt dabei. Was macht der dekadente Europaeer also? Taxifahren! Da allerdings kein Fahrer der englischen Sprache maechtig ist ("City?City???"), muss man sich mit Visitenkarten von Hotels oder anderen Zettelchen behelfen, die den gewuenschten Ankunftsort auf chinesisch angeben.Trotz alledem sind wir bisher wie durch ein Wunder noch immer wohlbehalten und vor allem guenstig ueberall angekommen. Und zu viele Radfahrer haben wir dabei auch nicht umgefahren - glaube ich zumindest...

Wir wollten ja eigentlich

Wir wollten ja eigentlich aufstehn - aber da wurde uns gestern Nacht um drei doch noch bewusst, dass die heutige Dozentin wieder die Dame des ersten Tages war, die zum einen kaum zu verstehen war und zum anderen inhaltlich nicht wirklich viel zu bieten hatte - und diese Vermutung wurde uns dann auch von den morgens Anwesenden voll und ganz bestaetigt.So begann unser Tag im Grunde um 13.00 Uhr mit dem Mittagessen in der Mensa. Leider schliesst die Mensa schon um eins und nur die Wok-Gerichte waren noch verfuegbar. Am Mittwoch hatten wir gar nicht darauf geachtet. Aus frischen Zutaten kann man sich fuer 5 Yuan sein eigenes Gericht frisch im Wok zubereiten lassen - super lecker.Heute Nachmittag war wieder Mandarin, und neben einigen Floskeln wie "Wie geht es dir?" ("Ni hao ma?") und "Bist du muede?" ("Ni lie ma?", worauf die Antwort dann ehrlicher Weise "Wo hen hen lie" - "Ich bin sehr sehr muede." lautete) haben wir auch die Zahlen sowie die chnesische Finger-Zaehlweise beigebracht bekommen. Schon sehr praktisch, wenn man an einer Hand bis 10 zaehlen kann. Ich koennte mir vorstellen, dass das mit ein Grund ist, warum die meisten Chinesen gut in Mathe sind: von Kindesbeinen an muss der Zahlbegriff viel abstrakter erfasst werden, da zum Beispiel Summen im Bereich bis zehn nicht einfach an den Fingern abgezaehlt und aufaddiert werden koennen (3 Finger an der rechten Hand und zwei Finger an der linken Hand sind zusammen 5 Finger).Ausserdem haben wir die Woerter fuer "kleiner Bruder" ("didi"), "grosser Bruder" ("gege"), "kleine Schwester" ("meimei") und "grosse Schwester" ("jiejie") gelernt - nur, wofuer sollen die gut sein? (s. Vortag)Auch wenn es wundert - das war schon der Bericht fuer heute, da wir nur noch abgehangen haben. Muss ja auch mal sein. Gleich werden wir uns wohl noch durch die diversen im Supermarkt um die Ecke erstandenen Biersorten trinken und Chips und Muffins essen - war wohl nix mit Abnehmen in Peking (Wir wollten ja eigentlich, s. o.) ;-)

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