*** Special: Verkehr in Peking ***
Um den Verkehr in Peking zu beschreiben, sollte man sich einfach eine ruecksichslose Menge von Rad- und Taxifahrern vorstellen, die zusammen mit Bussen und privaten PKW so schnell wie moeglich von A nach B wollen. Wer sich traut gibt Gas, wer bremst ist feige. Mehr Regeln scheint es nicht zu geben.Obwohl es hier an den Strassen bunte Lichter gibt, die scheinbar Fussgaengerampeln darzustellen versuchen, geht jeder ueber die Strasse wo und wann er will. Da die Autos wie bei uns von rechts kommen, schaezt der typische Chinese bei der Ueberquerung einer dreispurigen Strasse ab, ob die heranfahrenden Autos theoretisch noch bremsen koennten, schaut nach links und geht ueber die Strasse. Die heranbrausenen Autos bremsen und hupen. - Aber was macht das schon, die Benutzung der Hupe scheint hier eh nur eine beinahe schon angeborene Reflexhandlung zu sein. Im Taxi kann man beobachten wie der Fahrer seine Hand staenig an der Hupe hat und bei deren Bet妕igung noch nicht einmal die Miene verzieht.Ruhig bleiben ist im Taxi ohnehin oberstes Gebot, aber das mag einem bei der ersten Fahrt durchaus schwer fallen. Wie soll man auch ruhig bleiben, wenn der eine fremde Sprache sprechende Mann auf dem Fahrersitz neben einem mit knapp 60 (lieber Gott, lass sie nicht in Meilen rechnen) sein Taxi haarscharf durch den Rush-Hour-Verkehr schleudert und die meisten Zusammenstoesse nur durch das herzhafte Betaetigen der Hupe verhindert werden (Achja, Sicherheitsgurte sind hier uebrigens eher selten vorhanden). Auf den groesseren Ringstrassen duerfen sich die Fahrer auf teilweise bis zu 5 Spuren austoben, auf kleineren Strassen wird auch schonmal mit einem "James Bond"-aehnlichen Manoever mitten in der Stadt im Gegenverkehr ueberholt. Ob da gerade ein Bus oder LKW im Gegenverkehr naht ist eher nebensaechlich, jede Chance wird genutzt. So wundert es also nach einer Taxifahrt auch nicht mehr, warum die meisten Strassen hier in der Mitte baulich getrennt sind. Im Dunklen wird der Fahrgenuss noch dadurch erhoeht, dass nicht schon in der Daemmung das Licht eingeschaltet wird; wenn ueberhaupt erst bei totaler Finsternis. Die Radfahrer sind dann immer noch ohne Licht unterwegs, auch auf den mehrspurigen Strassen und deren Kreuzungen.Die vollgestopften Busse haben neben Ihrer Hupe uebrigens noch eine weitere Moeglichkeit sich Platz zu verschaffen: Wenn es dem Fahrer zu bunt wird, faltet er den Verkehrsteilnehmer vor sich einfach mal ueber den aussen angebrachten Lautsprecher zusammen, ganz egal ob Taxi, Radler oder Rikschafahrer.Fuer den gebotenen Fahrspass muss man aber zum Glueck nicht tief in die Tasche greifen. Ein Fahrt mit dem Bus kostet 1 Yuan (ca. 10 Cent), im Taxi zahlt man 1,6 Yuan pro Kilometer und ist somit meist fuer etwa 15-25 Yuan pro Fahrt dabei. Was macht der dekadente Europaeer also? Taxifahren! Da allerdings kein Fahrer der englischen Sprache maechtig ist ("City?City???"), muss man sich mit Visitenkarten von Hotels oder anderen Zettelchen behelfen, die den gewuenschten Ankunftsort auf chinesisch angeben.Trotz alledem sind wir bisher wie durch ein Wunder noch immer wohlbehalten und vor allem guenstig ueberall angekommen. Und zu viele Radfahrer haben wir dabei auch nicht umgefahren - glaube ich zumindest...

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