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Sonntag, August 01, 2004

Sonntag zum Zweiten am Ersten

Schlafen, schlafen, schlafen, denn irgendwann muss man ja mal wieder zur Ruhe kommen. Und am Nachmittag ging es dann zum Beihai-Park, fuer den in den einschlaegigen Reisefuehrern ein Rundweg vorgeschlagen wird.
Der Weg fuehrt rund um den kuenstlich angelegten Beihai-See. Dabei gehen vom Hauptweg viele wunderschoen angelegte schmale Pfad ab und fuehren zu kleinen Seen, Felsformationen und Pavillons.
Im See wurde eine hohe Insel angelegt, auf deren Spitze ein orientalisch anmutendes Gebauede steht, das das Zentrum der sich auf der Insel befindlichen Tempelanlage darstellt. Die buddhistische Tempelanlage unterteilt sich in viele Einzelbauten und in den Inselberg eingelassene Hoehlen. An allen Orten sind Buddha-Statuen in verschiedensten Posen aufgestellt, sowie weitere daemonische Figuren. Diese Betrachtung der fremden Religion regt dazu an, mal zu reflektieren, wie exotisch z. B. eine christliche Kirche auf Chinesen wirken muss. Ein "Typ am Kreuz" ist fuer diese halt so unverstaendlich wie die mehrarmigen Wesen fuer uns.
Auf dem See kann man Tretboote leihen, was wir auch wollten, da wir aber unsagbaren Hunger hatten, sind wir dann doch auf dem schnellsten Weg zurueck zur Innenstadt gefahren. Im Zentrum gibt es eine Fressmeile, in der man sich wie bei Marche sein Gericht aus frisch vor Ort zubereiteten Speisen zusammenstellen kann - nur halt viel groesser und asiatisch. Was uns besonders faszinierte war die Moeglichkeit direkt an einer "Herdplatte" Platz zu nehmen, an der der Koch dann die gewaehlten Speisen frisch zubereitet hat - Fisch, Fleisch, Gemuese und Nudeln (die dann doch gekocht aus einer anderen Kueche kamen) gabs; alles super schmackhaft.Was wir abends noch gemacht haben, koennen wir nicht ganz rekapitulieren (da kommts raus, ich schreib gar nicht jeden Tag) - waren wir so betrunken? ;-)

Die grosse Mauer

Diesmal schon um halb acht startete die von unserer Pekinger Uni organisierte Fahrt zur grossen Mauer, die ich dank Maos Rache mit einem etwas flauen Gefuehl im Magen antrat. Geruechten und guten Tipps zu Folge sollte man sich bei einem Ausflug zur Mauer immer ein bisschen waermer anziehen, da der Wind in den Bergen um Peking nicht zu unterschaetzen sein sollte. Nach unserem Ausflug liessen sich die Urheber solcher Geruechte aber leider nicht mehr auffinden.
Wahrscheinlich um den beschwerlichen und gefaehrlichen Weg der Europaeer zur chinesischen Mauer in frueheren Jahrhunderten besser zu illustrieren, hatte man sich fuer unsere Busfahrt ein paar ganz besonders tapfere Busfahrer ausgesucht. Wie vorher bereits schon erwaehnt, neigen die Taxis in Peking dazu auch mal in der Stadt auf der Gegenfahrbahn zu ueberholen, wenn der Gegenverkehr schon gefaehrlich nahe ist. Daran schienen sich unsere Busfahrer ein Beispiel genommen zu haben: Mit unserem etwa 20 Personen fassenden Bus ueberholten wir alles, was der Busfahrer auch nur im entferntesten als zu langsam einschaetzte. Egal ob vor einer Kurve oder in einer engen Allee oder beides gleichzeitig.
Bei dem Ausstieg auf dem Parkplatz glaubten die meisten folglich, die groesste Strapaze sei schon vorrueber (bis zur Rueckfahrt zumindest) - eine glatte Fehleinschaeztung. Die Temperatur war bedenklich gestiegen und so verbrauchten wir bei unserem 1000-Stufen-Aufstieg zur Mauer im Schnitt teilweise bis zu 2 Wasserflaschen um dem Wasserverlust auf Stirn und sonstigen Koeperoberflaechen entgegenzuwirken. Aus optischen Gruenden wurden die Fotos bei der Ankunft oben auf der Mauer dann auch um eine kurze Trocknungspause verschoben.
Das tat aber dem grandiosen Anblick der Mauer keinen Abbruch. Nach beiden Seiten hin schlaengelte sich die grosse Mauer ueber die bewaldeten Berge so weit das Auge reicht. Zur einen Seite hin von der Natur schon seit langer Zeit wieder zurueckerobert (Baueme auf der Mauer), zur anderen Seite hin kilometerweit restauriert. Nach dem beschwerlichen Aufstieg stellte sich die Frage ob die grosse Mauer jemals von einem Feind aus dem Norden ueberwunden worden sei. Schon allein die Begkette zu ueberqueren muss eine Strapaze ohnegleichen gewesen sein, die hohe Mauer auf dem Bergkann scheint dann mit einem Blick von deren Fuss aus unueberwindbar.
Die nun folgenden, unvermeidlichen Fotoshootings gipfelten dann in der exotischen Idee von Stefan (nicht der Motz, sondern "der Felix-Stefan"), der sich akrobatisch mit einer Kerze fuer die Nachwelt festhielt. Nach einer Stunde auf der Mauer stellte sich die Frage des Abstiegs, dabei war zum einen die schon genutzte Treppe eine Option, andererseits boten sich noch ein Sessellift und eine Rodelbahn an. Als Spassverwoehnte Touris entschieden wir uns natuerlich fuer die letztere Variante. Waren ein paar Skeptiker zu Beginn von der Sicherheit der Bahn nicht ganz ueberzeugt, aenderte sich ihre Meinung jedoch bald, als wir ein "Made in Germany"-Schild an der Anlage entdeckten. Bei der Beschaffenheit der Bahn haette das ohne weiteres meine schnellste Sommerrodelbahn-Fahrt aller Zeiten werden koennen, leider wurde das jedoch durch ein paar zu langsame Chinesen vor uns und die chinesischen Strecken-Aufpasser verhindert, die an den besten Stellen mit ihren kleinen Megaphonen immer "Break! Break!" riefen. Aber was solls, entspannter als der Aufstieg war der Abstieg trotzdem auf jeden Fall ;-)

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